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Wie die Jugend politisiert

Die Jugendmotion – bei der junge Menschen politische Forderungen einreichen können – existiert in Thun seit sieben Jahren. Linus Dolder (16) und Lea Schütz (17) haben die erste Jugendmotion eingereicht und zeigen so eine Möglichkeit, wie sich auch Jugendliche in der Politik engagieren können.

Donnerstag, 09. Januar 2020 Darleen Pfister (22)
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Lea Schütz und Linus Dolder übergeben den Stadtschreibern ihre Motion. – Bild: Klimastreik Thun KT

Ihr habt die erste Jugendmotion in der Stadt Thun eingereicht. Was war eure Forderung?

Lea: Wir reichten zwei Forderungen in einer Motion ein. Die erste beantragte einen Netto-Null CO2-Ausstoss bis 2030 im Gebiet der Stadt Thun. Die zweite forderte, den Klimanotstand symbolisch auszurufen.  

Klimastreik auf dem Rathausplatz in Thun, Sommer 2019. – Bild: Privat

Wie habt ihr von der Jugendmotion erfahren?

Lea: Weil wir politisch etwas verändern wollten, erkundigte sich die Mutter von Linus, wie wir unsere Ideen umsetzen könnten. Im Internet stiess sie auf die Jugendmotion, die von der Stadt Thun angeboten wird. Wir nahmen mit den Stadtschreibern Kontakt auf und fanden heraus, dass wir die ersten sind, die diese Möglichkeit nutzen wollten. Obwohl es sie schon über sieben Jahre gibt! Darüber haben die Behörden sich sehr gefreut und fanden, dass wir die beste Werbung für die Jugendmotion sind. Wir überlegten uns auch, eine herkömmliche Motion einzureichen. Allerdings sind wir grösstenteils eine Jugendbewegung (Redaktion: Klimastreik) und hätten viel mehr Unterschriften sowie solche von Stimmberechtigten benötigt. Wir sahen in der Jugendmotion ein einfacheres Mittel, um unser Ziel zu erreichen.  

Wie habt ihr die Motion auf die Beine gestellt?

Lea: Wir trafen uns mit den Stadtschreibern, die uns sehr weiterhelfen konnten. In der ersten Sitzung erklärten sie uns, was die Jugendmotion genau ist und worauf wir achten müssen. Zum Beispiel, dass wir zur Sicherheit mehr Unterschriften sammeln sollten, als gefordert sind. Gültig sind nämlich nur die von Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren, die in der Stadt Thun wohnhaft sind. Dann legten wir die Jugendmotion mit Dringlichkeit bei den Stadtschreibern vor und überarbeiteten sie gemeinsam.  

Und dann habt ihr sie eingereicht?

Lea: Genau. Zuerst wurde im Stadtrat über die Dringlichkeit abgestimmt. Dazu wurden wir zur Sitzung eingeladen und mussten begründen, weshalb unsere Motion als dringlich behandelt werden sollte. Bei der Abstimmung bekamen wir die Mehrheit. Vom Stadt- und Gemeinderat sowie den Stadtschreibern erhielten wir noch Empfehlungen, was wir an unserer Motion ändern könnten. Deshalb wandelten wir die Forderung «Netto-Null CO2-Ausstoss bis 2030» auch in ein Postulat um. Ausserdem besuchten wir mehrere Fraktionssitzungen, zum einem um uns mit den Parteien inhaltlich auszutauschen, zum anderen um ein Stimmungsbild und einen Überblick über unsere Chancen zu bekommen.  

Engagierte Jugend. – Bild: Klimastreik Thun KT

Habt ihr viel Zeit aufgewendet?

Lea: Ich habe mit mehr Zeitaufwand gerechnet. Wir hatten insgesamt je zwei Sitzungen mit dem Stadtrat und den Stadtschreibern. Ausserdem brauchten wir etwas Zeit, um die Reden vorzubereiten.

Linus: Von der Einreichung der Motion bis zur Abstimmung dauerte es etwa zwei Monate.

Was passierte in der entscheidenden Stadtratssitzung?

Lea: Das war sehr spannend, allerdings habe ich mir die Sitzung anders vorgestellt. Bei der ersten, als es um die Dringlichkeit ging, haben sich die meisten ihrer Stimme enthalten. Das war bei der entscheidenden Sitzung anders (lacht).

Linus: Zuerst hielt der Stadtratspräsident eine Ansprache, in der er von der ersten eingereichten Jugendmotion sprach. Wir bekamen das Startvotum, anschliessend kam jede Partei zu Wort, um Stellung zu nehmen. Schliesslich wurde die Diskussion eröffnet; die Debatte wurde intensiv. Ich fand es richtig spannend zuzuhören und zu sehen, wie eine Stadtratssitzung wirklich abläuft. Unser Traktandum wurde etwa 90 Minuten lang besprochen. Wir konnten vor der Abstimmung noch ein Schlussvotum halten, wie wir was gewichten. Bis dahin hätte die Möglichkeit bestanden, unsere Motion zurückzuziehen oder umzuändern. Bis zuletzt blieb die Sitzung spannend, da wir trotz ungefährer Kalkulation nicht genau wussten, wie das Abstimmungsergebnis aussehen würde.

Lea: Wir konnten uns nie sicher sein, doch schlussendlich wurde unsere Jugendmotion klar angenommen.

Klimastreik der Thuner Schüler auf dem Mühleplatz. – Bild: Patric Spahni

Ich gratuliere! Wie fielen die Rückmeldungen der Bevölkerung aus?

Linus: Sehr unterschiedlich: Ich wurde beispielsweise im Bus angesprochen und bekam kritische E-Mails. Der Grossteil der Reaktionen bewegte sich zum Glück auf sachlicher Ebene.  

Welche Tipps gebt ihr den Jugendlichen, die eine Motion einreichen wollen?

Linus: Traut euch! Es ist wirklich nicht so schwer. Nehmt die Chance wahr und nutzt die Partizipationsmöglichkeiten, die uns die Demokratie bietet. Jede und jeder kann etwas davon lernen.

Lea: Unbedingt. Man hat nichts zu verlieren, ausser man macht es nicht. Die Jugendmotion gibt es nicht in allen Gemeinden, wir können uns also glücklich schätzen. Ursprünglich, so wurde uns gesagt, sei dieses Werkzeug nicht unbedingt für politische Inhalte dieser Art gedacht gewesen. Sondern eher, um einen Jugendraum oder eine Skaterampe zu fordern. Wenn sich Jugendliche also etwas in dieser Art wünschen, ist die Jugendmotion ein praktisches Tool.  

Was ist euer heutiger Bezug zur Politik?

Linus: Die Art und Weise wie momentan Politik gemacht wird, schliesst grosse Teile der Bevölkerung aus oder macht es für sie undenkbar, in der institutionellen Politik mitzuwirken. Deshalb ist es so wichtig, dass wir als Klimastreik eine überparteiliche Bewegung sind. Jede und jeder, die/der Lust hat sich einzusetzen, ist willkommen. Quasi die ideale Plattform für Menschen, die sich politisch engagieren möchten, ohne die Abstriche der Parteipolitik hinnehmen zu müssen. Keine Top-down-Prozesse, keine Abhängigkeit von Auto- oder Erdöllobby. Ich will meine Meinung keinem Parteiprogramm unterwerfen müssen, oder in Abhängigkeit von Wirtschaftsverbänden und Legislaturperioden handeln.

Lea: Ich finde es wichtig, dass es Leute gibt, die ihre Anliegen in die Politik bringen und dafür einstehen. Ausserdem wünsche ich mir, dass sich mehr Jugendliche in der Politik engagieren.  

Was konntet ihr für Erfahrungen mitnehmen?

Podiumsdiskussion des Generationenforums zum Thema Klimanotstand. – Bild: Mariëlle Schlunegger

Lea: Vorher habe ich mich mit der Stadtpolitik kaum auseinandergesetzt. Mit unserem Engagement für die Jugendmotion konnte ich sehr viel lernen: Wie lokale Politik funktioniert und wie die PolitikerInnen miteinander umgehen (beide lachen). Besonders die Fraktionssitzungen, die wir besuchten, fand ich sehr interessant.

Linus: Es war ein durchaus spannender Einblick in den realpolitischen Prozess auf lokaler Ebene. Sowohl die Vorbereitungen als auch Folgen, das, was durch die Sache ins Rollen gekommen ist, bringen Erfahrungen mit sich.

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Beitrag von:

Darleen Pfister (22)

Ich bin Gymnasiastin, mag Menschen und entdecke gerne Neues; auf Reisen, mit der Kamera oder einem Interview. Dabei lasse ich mich schnell begeistern und stecke andere damit an. So zum Beispiel für Wandern, Reiten, Kochen, Politik,...

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