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Eine Heldinnenreise im Schlachthaus Theater Bern

Am 14. und 15. Dezember 2023 führte Patricija Katica Bronić ihr Stück «Diese Nachricht wurde gelöscht» im Schlachthaus Theater Bern auf. Das Stück erzählt von der komplexen Beziehung zwischen einer Tochter und ihrem Vater und unterstreicht die Bedeutung des miteinander Redens.

Samstag, 16. Dezember 2023 Rebekka Flotron (31)
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Patricija Katica Bronić: Drehbuchautorin, Regisseurin, Schauspielerin. – Bild: Ketty Bertossi

Hallo, Papa
Hallo.
Wie geht es dir?
👍🏼
Dir?
Geht so, ehrlich gesagt.
Ok.

Mit diesem WhatsApp-Chat beginnt das Stück «Diese Nachricht wurde gelöscht», das am 14. und 15. Dezember 2023 im Schlachthaus Theater Bern aufgeführt wurde. Der Chat wird oben links auf einem Bildschirm eingeblendet. Sechs Neonröhren, ein Gummireifen rechts vorne, ein Gummireifenturm rechts hinten und ein rechteckiges Wasserbecken, das ein bisschen wie ein Smartphone aussieht, komplettieren das besondere Bühnenbild. Es ist dunkel, die Stimmung etwas bedrückt.

Dann betritt eine junge Frau, gespielt von Patricija Katica Bronić, die Bühne, legt sich in den Gummireifen und beginnt.

Teil I: Vor der Heldinnenreise

«Ich bin sechs Jahre alt», sagt sie. Sie spricht mit jemandem, ihrem Vater. Oder besser gesagt, sie spricht zu ihm. Sie erinnert sich und erzählt, wie sie von ihrem Vater einen Gameboy geschenkt bekam – sie war die erste, die einen hatte. Um den Tetris-Rekord zu knacken, suchte sie Hilfe bei ihrem Vater. Stunden verbrachten sie gemeinsam damit. Es klingt nach einer liebevollen Beziehung zwischen Tochter und Vater.

Wie es zum Schweigen kam: Ein junge Frau erinnert sich. – Bild: Ketty Bertossi

«Ich bin zwölf Jahre alt», erzählt die junge Frau weiter, jetzt steht sie, nicht mehr im Gummireifen. Sie erinnert sich daran, wie sie ihren Vater zu einer Prostatauntersuchung im Krankenhaus begleitet hat. Da ihr Vater noch nicht gut genug Deutsch sprach – die Familie ist kroatisch –, benötigte er eine Übersetzerin. Sie bezeichnet es als «meine fünf Minuten» und erinnert sich scheinbar glücklich an diese Ausflüge mit ihrem Vater. Als Zwölfjährige war sie stolz darauf, diese grosse Verantwortung übernehmen zu dürfen – oder war es vielleicht einfach ihr Lieblingsessen, das sie danach immer auswärts essen durfte.

«Ich bin sechzehn Jahre alt», damit setzt das Gespräch fort – doch handelt es sich wirklich um ein Gespräch? Im Hintergrund läuft Musik – das Radio, denn die Erinnerung spielt sich im Auto ab. An einer Tankstelle wird die Tochter von einem Bekannten ihres Vaters als «seine Neue» bezeichnet. Der Vater lacht, korrigiert ihn nicht. «Findest du das witzig? Ist es dir unangenehm? Mir ist es unangenehm», erinnert sich die Tochter gefragt zu haben. Eine Antwort erhielt sie nicht; sie fuhren schweigend

Hey, ich habe schon lange nichts mehr von dir gehört. Was machst du so?
[Bild eines rohen Fischs]
[Bild eines gebratenen Fischs]
Ich vermisse dich.
schreibt…
Diese Nachricht wurde gelöscht.

Mit diesen WhatsApp-Nachrichten sind wir in der Gegenwart angekommen. Die Heldinnen-Reise der jungen Frau beginnt…

Teil II: Die Heldinnenreise

Nach monatelanger Funkstille, sucht sie den Kontakt. Sie erzählt, wie sie gemeinsam in der Küche sitzen, in der Wohnung ihres Vaters. Schweigend, einsam. Ein Freund ruft an, und plötzlich scheint sich der Vater zu erinnern, dass er sprechen kann.

Doch nach dem Anruf: Nichts.

«Jetzt sag doch einfach einmal, wie geht es dir?»
«Gut.»
«Gibt es irgend etwas Neues?»
«Ah, nein.»
«Geht es deinem Fuss besser?»
«Bisschen.»
«Hast du vielleicht Lust, etwas mit mir zu unternehmen?»

Tochter und Vater besuchen die Disco – so scheint es zumindest. Die Fragen der Tochter werden eindringlicher – sie möchte endlich etwas über ihren Vater erfahren. Doch sie merkt, sie überfordert ihn. Sie entschuldigt sich.

Sie stellt ihm eine Methode vor, die sie in der Schauspielschule gelernt hat – der Bodyscan. Der Vater lässt sich darauf ein.

Seine Füsse fühlen sich wie Füsse an, doch seine Brust, die spürt er – sie ist schwer, ein Gefühl das auch die Tochter gut kennt. Er beginnt zu weinen.

So ist das Schweigen gebrochen. Und der Vater taucht auf.

Tanzeinlage: Die junge Frau beginnt ihre Heldinnenreise. – Bild: Ketty Bertossi

Teil III: Heilung?

Klaus Brömmelmeier erscheint auf der Bühne. Es wird kurz etwas chaotisch, die vierte Wand wird durchbrochen. Das Publikum flüstert: «Gehört das zum Stück?»

Es gehört zum Stück.

Zu imposanter Musik, mit einer beeindruckenden Vorstellung ohne Worte und mithilfe der Gummireifen, die nun endlich etwas Sinn ergeben, stellen Patricija Katica Bronić und Karl Brömmelmeier, Vater und Tochter, den Heilungsprozess der Beziehung dar.

Der ausschlaggebende Moment passiert, als die Tochter die schweren Gummireifen mit einem Seil und einem Flaschenzug an die Decke ziehen soll. «Das kann man nicht alleine», sagt er und hilft. Das Stück endet mit dem Spiel «20 Fragen».

Sie: «Können wir einander vertrauen?»
Er: «Ja.»
Sie: «Stellst du mir all deine Fragen?»
Er: «Nein.»
Sie: «Warum nicht?»
Er: «Es ist nicht der richtige Zeitpunkt.»
Sie: «War’s das?»
Er: «Ja.»

Es wird dunkel. Applaus.

Was wir mitnehmen

Das Stück hat uns – Hanna (67) und Rebekka (28) – beeindruckt, insbesondere die Leistung von Patricija Katica Bronić als Autorin, Regisseurin und Schauspielerin kann kaum genügend gewürdigt werden.

Zugegebenermassen war jedoch die Interpretation dieses Stücks nicht ganz einfach. Hier wiedergegeben ist, was wir ganz persönlich daraus mitnehmen:

«Diese Nachricht wurde gelöscht» erzählt auf eindrucksvolle, wenn auch gelegentlich verwirrende Weise die Geschichte der Beziehung zwischen einer Tochter und ihrem Vater. Die Familie ist kroatisch, die Tochter ist in Deutschland aufgewachsen. Die Geschichte zeigt migrationsbedingte Kulturunterschiede, Geschlechts- und Generationsunterschiede auf.

Es ist eine Geschichte, die die Gefahr des Schweigens betont – nicht nur innerhalb der Familie und in persönlichen Beziehungen, sondern auch in der Gesellschaft. Keine Generation erlebt dasselbe. Das Fehlen einer gemeinsamen Geschichte zwischen den Generationen führt oft zu Unverständnis und Frustration – sowohl innerhalb der Familie als auch auf gesamtgesellschaftlicher Ebene. Plötzlich schweigen wir lieber, anstatt einander unsere Geschichten zu erzählen und erklären.

Die Gesellschaft steht vor grossen Herausforderungen, die nur gemeinsam bewältigt werden können, indem wir miteinander sprechen.

«Diese Nachricht wurde gelöscht»

Regie, Text: Patricija Katica Bronić und Timon Jansen 
Performance: Patricija Katica Bronić und Klaus Brömmelmeier 
Dramaturgie: Katharina Germo 
Szenografie, Lichtdesign, Video: Laura Knüsel 
Kostüme: Ana-Marija Knežević
Sounddesign, Musik: Fabrizio Di Salvo
Technik: Silvana Castelberg
Produktionsleitung: Kathrin Walde
Fotocredit: Ketty Bertossi

«Diese Nachricht wurde gelöscht» wurde nur an zwei Abenden gespielt. Im Schlachthaus Theater Bern stehen aber weitere spannende Stücke an. Informationen dazu finden sich unter https://schlachthaus.ch/

Beitrag von:

Rebekka Flotron (31)

... ist gerne kreativ, sei das beim Kochen, beim Zeichnen, beim Werken oder beim Schreiben.

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