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Debattieren und Zuhören – gut für die Demokratie

Gleich abgeräumt hat Lara Thurnherr (18) bei ihrer ersten Teilnahme an der regionalen Ausscheidung von «Jugend debattiert»: nämlich den ersten Platz. Ihre Debattierlust und ihr Interesse an der Politik zeichnen sie aus.

Freitag, 19. April 2019 Gaby Jordi (75)Paul Durrer (78)
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«Die Idee, aus einer Position heraus zu diskutieren, die man nicht selber vertritt, reizt mich» – Laura Thurnherr beim Interview. – Bild: Paul Durrer

Lara, deine Teilnahme am Berner Regio-Cup hat dir den Sieg eingebracht. Was hat dich bewogen, daran teilzunehmen?

Lara Thurnherr: Ich habe sehr viel Freude am Diskutieren. Bei mir zuhause herrscht eine sehr aktive Debattierkultur. Als dieses Thema im Philosophieunterricht angesprochen wurde, habe ich mich entschieden, diese Herausforderung anzunehmen. Die Idee, aus einer Position heraus zu diskutieren, die man nicht selber vertritt, sondern zugeordnet bekommt, war für mich der Hauptanreiz.

Wie darf ich mir den Ablauf einer solchen Meisterschaft vorstellen?

Von den Teilnehmenden zieht jede/r ein Los, aus dem die zu vertretende Position zu einem Thema hervorgeht. Da heisst es zum Beispiel: Sind Sie für einen dreiwöchigen Vaterschaftsurlaub? Am Regio-Cup stand mir eine halbe Stunde Zeit zur Verfügung, um mich in die Thematik einzuarbeiten. An dieser Debatte nahmen vier Personen teil. Je zwei TeilnehmerInnen argumentierten für die Pro-, die beiden andern für die Kontra-Seite. Anschliessend folgte eine ungefähr achtminütige offene Debatte. Zum Schluss gab es noch eine Zusammenfassung, bei der man seine Position noch ändern und eine Bilanz ziehen konnte. Die Jury vergab danach ihre Punkte und die Debattierenden erhielten ein Feedback.

«Debattieren und zuhören ist gut für die Demokratie.»

Lara Thurnherr
Bild: Paul Durrer

Wie ist die Jury zusammengesetzt?

Das ist sehr unterschiedlich. Beim Regio-Cup waren es vor allem Politiker und Personen aus der Kommunikationsbranche. Auch eine Person, die Kurse und Seminare anbietet sowie JournalistInnen, die sich mit den zu diskutierenden Themen auseinandersetzen, sassen in der Jury. Ebenfalls dabei waren ExpertInnen, die bei den zu diskutierenden Themen über die entsprechenden Sachkenntnisse verfügen. Zum Beispiel nahm beim Thema «Soll ein drittes Geschlecht eingeführt werden?» eine Gleichstellungsexpertin teil.

Wie profitieren die Debattierenden vom Feedback der Jurymitglieder?

Das war für mich das absolute Highlight. Es gibt Beurteilungskriterien wie: Ausdrucks- und Gesprächsfähigkeit, Sachkenntnis und Überzeugungskraft. Zu all diesen Kriterien erhält der/die Debattierende sehr ausführliche Rückmeldungen.

Welche Fähigkeiten sind wichtig, um bei einem solchen Anlass in den vordersten Rängen zu punkten?

Auf der einen Seite sind es Ausdrucksfähigkeit und Vokabular, die hilfreich sind. Das wichtigste scheint mir allerdings die Argumentationsfähigkeit: Man muss immer beide Positionen, also die Pro- oder die Kontra-Seite, einnehmen können. Argumentiere ich beispielsweise auf der Pro-Seite, ist es sehr wichtig, dass ich mir vor Augen halte, wie eine Person, die Kontra denkt, auf meine Argumente reagieren könnte. Debattieren erfordert Empathiefähigkeit: So gelingt eine Diskussion auf sachlicher, konstruktiver Ebene. Debattieren und zuhören ist gut für die Demokratie.

«Debattieren erfordert Empathiefähigkeit.» – Bild: Paul Durrer

Wurde dir dein Talent in die Wiege gelegt oder kann man sich das auch erarbeiten?

Das ist eine schwierige Frage. Ich denke schon, dass mir das in die Wiege gelegt wurde, denn das Interesse kann man nicht lernen. Ich debattiere sehr gerne und oft, zuhause und auch mit Freunden. Die politischen Themen waren und sind in unserer Familie sehr präsent. Dies hilft sicher, ein gewisses Grundinteresse für solche Themen zu wecken. Allerdings denke ich, dass mich weniger das konkrete politische Umfeld, sondern eher die Diskussionskultur, in der ich aufwachse, inspiriert. Ich finde es wichtig, aktiv zu diskutieren, zu hinterfragen, beide Seiten einer Position zu beachten.

«Ich finde es wichtig, aktiv zu diskutieren, zu hinterfragen.» – Bild: Paul Durrer

Debattierfreudige Jugendliche fordern mehr politische Bildung in den Schulen. Besteht hier Nachholbedarf, wo bräuchte es Veränderungen?

Die politische Bildung wie auch das Wecken eines politischen Interesses kommen an vielen Schulen zu kurz. Ich hatte diesbezüglich Glück, weil ich mich für das Ergänzungsfach «Philosophie» entschieden hatte. Hier diskutiert man sehr viel. Stehen solche Möglichkeiten nicht zur Verfügung, entsteht sehr schnell der Eindruck, dass Politik etwas ist für Erwachsene oder Intellektuelle. Man denkt, Politik sei etwas sehr Abgehobenes, an das man sich gar nicht heranwagen soll. Das finde ich sehr gefährlich. Debattierclubs, wie auch das Café Philo (ein Angebot im Gymnasium Schadau) sind daher aus meiner Sicht sehr wichtig. Ich finde, solche Angebote sollte es auch mehr für den politischen Themenkreis geben. Der Klimastreik, in dem sich so viele Leute, gerade auch Jugendliche, engagieren, helfen mit, dass sich junge Menschen politisch einzubringen versuchen. Sich für Politik zu interessieren und für etwas einzustehen heisst – für mich: Sich eine Meinung zu bilden und diese auch mit Fakten zu vertreten. Das ist nicht ganz einfach und ich kann deshalb verstehen, dass Jugendliche sich durch die Komplexität der Probleme abschrecken lassen. Trotzdem finde ich es wichtig, sich einzubringen bei solch wichtigen Themen wie dem Klima. Dies bedingt aber, dass ich mich ausführlich mit diesem Thema beschäftige, also nicht einfach mitmache, weil andere es tun.

«Deshalb wünschte ich mir mehr politische Bildung im Geschichtsunterricht.» – Bild: Paul Durrer

Kannst du dir vorstellen, dich dereinst politisch zu engagieren?

Ja, das kann ich mir vorstellen. Bis dahin wird wohl noch etwas Zeit vergehen, denke ich. Ich finde es schwierig, genau zu wissen, wann man genug weiss über ein Thema, um sich zu engagieren zu können. Daran arbeite ich.

Wie beurteilst du die heutige politische Diskussionskultur in der Schweiz?

Ich finde beispielsweise die «Arena» wertvoll, weil sie alle Meinungen in einen Raum bringt. Das permanente «einander Dreinreden» finde ich hingegen unschön. Einiges in der politischen Landschaft finde ich ebenfalls weniger toll. Zum Beispiel den tiefen Wähleranteil, oder dass Menschen irgendwelchen populistischen Slogans folgen. Ich gehe nicht davon aus, dass sich die Neigung zu einfachen Lösungen in Zukunft schnell ändern wird. Deshalb wünschte ich mir mehr politische Bildung im Geschichtsunterricht.

Frauen in der Politik – wie ist deine Haltung dazu?

Ich finde eine Frauenquote nicht sinnvoll. Es soll nicht das Bild kreiert werden, dass sich Frauen helfen lassen müssen, weil sie es nicht selber können. Frauen können in der heutigen politischen Kultur ihre Meinung kundtun. Sie haben schliesslich auch Ellbogen. Die Idee, dass Politik etwas Unweibliches, Männliches ist, schreckt Frauen ab. Gerade traditionell Frauen zugeschriebene Eigenschaften wie zum Beispiel Empathie sind jedoch hilfreich und förderlich, um offen neue Themen aufzugreifen und auf Menschen zuzugehen. Männer und Frauen, seid mutig und bringt euch politisch ein!T

«Jugend debattiert»…
…ist ein schweizerisches Bildungsgsprojekt, getragen von sechs kantonalen Organisationskomitees, national organisiert von YES (Young Enterprise Switzerland). Die Jugendlichen lernen, kontroverse Themen differenziert zu betrachten und zu diskutieren. Pro Jahr werden schweizweit mehrere tausend Jugendliche im Lehrgang von «Jugend debattiert» ausgebildet. Sie messen sich in schulinternen und in regionalen Ausscheidungen und schliesslich im nationalen Wettbewerb. Zum ersten Mal stellten sich dieser Aufgabe auch Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Thuns in der Alterskategorie II (Jahrgänge 2002 bis 1999). Dies mit grossem Erfolg, qualifizierten sich doch gleich vier der fünf Thuner Mitwirkenden für die Finalrunde der letzten acht. Dort sicherten sich Lara Thurnherr und Jonas Beer zwei der begehrten Siegerplätze. Überzeugt haben die beiden nicht nur durch eindrucksvolle Sachkenntnis und einen hohen Grad an gedanklicher Präzision, sondern vor allem durch ihre Fähigkeit, auch die Gegenseite ins Gespräch einzubinden und ihr Denken im Dialog zu entwickeln.

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Beitrag von:

Gaby Jordi (75)

Kaufmännische Angestellte, pensioniert. Versucht stets, sich ein Stückchen Himmel über ihrem Leben freizuhalten.

Paul Durrer (78)

ist unruhig pensioniert mit verbindlichen (z.B für Berner Wanderwege) oder gelegentlichen Engagements und wiederbelebten Hobbys wie Fotografieren.

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