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Der Drahtesel: Vielfalt unter dem Namen «Sinnovativ»

Beim Drahtesel und bei Velafrica im Liebefeld Bern ist Recycling der Antrieb für verschiedenste Tätigkeiten: Im Dreigänger Laden werden Secondhand-Kleider verkauft, das Restaurant serviert Menüs gegen Foodwaste, und in der Metallwerkstatt des Drahtesels werden aus alten Boilern Feuerschalen gefertigt. Velafrica sammelt in der ganzen Schweiz Velos und schenkt ihnen ein zweites Leben in Afrika.

Dienstag, 13. August 2019 Erika Kestenholz (78)Julia Steffen (27)
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Luslie Gjotrojs Baklava schmeckt köstlich. – Bild: Erika Kestenholz

«Wer möchte probieren?» Alle wollen. «Mhm!» – anerkennendes Nicken. Das Baklava schmeckt köstlich. Luslie Gjotroj (50) hat es hergestellt, nach dem Originalrezept aus ihrer Heimat Kosovo. Sie strahlt. Sieben Männer und drei Frauen sind in der nicht allzu grossen Küche mit verschiedenen Aufgaben beschäftig: Salat abfüllen, Gemüse garen, Sauce zubereiten, Mandeln rösten, Knoblauchsrauken und Taubnesseln zerzupfen, frisch geerntet im nahen Wald. In einer Stunde werden hier über 100 Mittagessen ausgegeben. Trotz der Konzentration und Anspannung ist die Stimmung fröhlich.

Im Angebot des «Dreigängers» stehen je ein Fleisch- und ein Vegimenü, Salat und Suppe. Susanne Wagner (53) schneidet einen Kuchen in Stücke. Sie ist eine von drei Frauen, die als Köchinnen und Arbeitsagoginnen die Küche abwechselnd leiten. Sie macht das ganz unauffällig.

Kurz vor 12 Uhr kommen die ersten Gäste und bald füllt sich das Lokal. Konsequent regionales, saisonales Essen mit Gemüse und Fleisch in Bioqualität zu einem fairen Preis scheint sehr beliebt zu sein. Es schmeckt auch. Zu uns hat sich jetzt Sabine Zaugg (46) gesellt, die Verantwortliche für Kommunikation und Fundraising. Sie erklärt, dass immer mittwochs und freitags ein Surprise-Menu gegen Foodwaste angeboten wird, bestehend aus den Resten der Vortage.

Speisen im Dreigänger. – Bild: Wikimedia

Wie alles begann

Sabine wird uns später durch das Gebäude führen. Sie spricht von den Anfängen des ganzen Unternehmens «Drahtesel»: Vor 25 Jahren absolvierte Paolo Richter ein Praktikum in einer Institution für betreutes Wohnen im Liebefeld, Bern. Er vermisste eine sinnvolle Betätigung für diese Leute und gründete den «Drahtesel» – Arbeitsintegration über das Velo. Sie stellten billige Fahrräder instand, die beispielsweise bei Ausmusterungen der SBB anfielen. Etwas später rief er die Organisation «Velafrica» ins Leben (siehe Kasten). Er hatte einen Freund in Ghana besucht und gesehen, wie Menschen schwere Lasten über weite Strecken zu Fuss transportierten. All die Velos, die in der Schweiz ungenutzt in Kellern stehen, könnten doch sinnvoll in Afrika weitergenutzt werden. Daraus entwickelte sich die Idee von Velafrica.

Wo Berge von Velos sich erheben: Sabine Zaugg. – Bild: Julia Steffen

Begeisterung für hochwertige und sinnvolle Arbeit

Der Rundgang mit Sabine beginnt im Secondhand-Shop. Im Angebot sind Kleider, Accessoires für Frauen und Männer, Kunsthandwerk und Produkte aus der eigenen Metallwerkstatt und von anderen sozialen Institutionen, die nachhaltig produzieren.

Ordnung muss sein: Corinne Burri. – Bild: Erika Kestenholz

Corinne Burri (34), eine der drei Fachleiterinnen Verkauf, erklärt: «Abgegebene Kleider bleiben drei Monate im Laden. Bei Verkauf wird der Erlös geteilt. Nicht abgeholte Kleider bringen wir per Bahn in die Ukraine. Im Nähatelier entstehen Schlüsselanhänger oder Kissen aus gebrauchten Stoffen. Wenn ein Stoff zugekauft wird, stammt er aus der Brocki. Kleider von Labels wie Tally Weijl, Yendi, New Yorker, Orsay, Zebra oder Chicorée nehmen wir nicht an, weil sie von minderer Qualität sind. Jährlich bringen mehr als 600 KundInnen getragene Kleider und Schuhe in den Dreigänger.»

Blick in die Werkstatt von Velafrika. – Bild: Julia Steffen

In der Velowerkstatt hängt der Himmel voller Räder. David Wüthrich (27) und Djumaa Khalfo (18) haben gerade ein fahrtüchtiges Fahrrad für den Transport aufbereitet. Die Pedale sind abgeschraubt, der Lenker längs zum Fahrgestell abgedreht, das Vorderrad abmontiert. 25 Minuten haben sie benötigt. Freiwillige und Asylsuchende helfen in der Velafrica-Exportwerkstatt bei der Aufbereitung der Fahrräder mit, machen Arbeitserfahrungen und üben dabei, Deutsch zu sprechen. Die gespendeten Fahrräder werden für die Aufbereitung in drei Kategorien eingeteilt: fahrtüchtige, solche, die repariert werden müssen, und Schrottvelos, von denen Einzelteile weiterverwendet werden. Begonnen hat Velafrica mit etwa 300 Velos pro Jahr. Diesjähriges Ziel: 25‘000 Velos.

David Wüthrich und Djumaa Khalfo: So aufbereitet wird das Velo nach Afrika geschickt. Bild: Julia Steffen

«Velafrica» bringt Menschen dank Velos vorwärts

Velafrica sammelt in der Schweiz ausgediente Velos, stellt sie in sozialen Institutionen instand und exportiert sie nach Tansania, Madagaskar, Burkina Faso, Elfenbeinküste, Ghana und Gambia. 2018 wurden über 20’000 Velos und Ersatzteile in 50 Containern verschifft. Gemeinsam mit Partnerunternehmen baut Velafrica in diesen Ländern Velozentren mit Arbeits- und Ausbildungsplätzen auf. Zu den lokalen Zielen gehört, dass die Diplome staatlich anerkannt sind. Leute mit Berufsabschluss haben bessere Perspektiven und können ein eigenständiges Leben führen, zum Beispiel eine eigene Velowerkstatt eröffnen oder als Guide arbeiten, also Velo-Touristinnen und -Touristen begleiten und deren Fahrräder reparieren. Bike to School: Seit 2012 erhalten Schülerinnen und Schüler mit langen Schulwegen ein günstiges Fahrrad. Dieses Programm startete in Tansania, dann in Madagaskar. Ab diesem Jahr wird es auch in Burkina Faso aufgezogen. Es begann mit 300 Velos. Dieses Jahr sollen es 3000 sein. Partnerunternehmen: www.velafrica.ch

Motiviert: Jan Hirt leistet hier seinen Zivildienst. Bild: Julia Steffen

In der Metallwerkstatt leiten Zdenko Horvat (50) und Jan Hirt (23), ein Zivildienstleistender, die Arbeiten. Der gelernte Metallbauer Jan ist während 180 Tagen im Einsatz. Auch Polymechaniker dürfen sich um diese Stelle, die sehr begehrt ist, bewerben. Aus alten Boilern entstehen wunderschöne, mit Finessen ausgestattete Feuerschalen und Grillöfen, die uns Zdenko mit berechtigtem Stolz präsentiert.

Präsentiert Feuerschalen aus alten Boilern: Zdenko Horvath. – Bild: Julia Steffen

Die Schlüsselanhänger aus Metallbremshebeln und Kerzenständer aus Naben und Speichen, die wir bereits im Shop bewundert haben, werden auch hier angefertigt. Überall spüren wir Begeisterung für die kreative, hochwertige Arbeit.

Originelle Kreationen im Schaufenster des Drahtesels. – Bild: Julia Steffen

Der «Drahtesel» – ein soziales Unternehmen

Heute ist der Drahtesel ein grosses Unternehmen, das erwerbslosen Frauen und Männern einen befristeten Arbeitsplatz sowie Coaching- und Bildungsangebote zur Verfügung stellt. Trägerin ist die Stiftung Sinnovativ. Im Jahr 2018 waren 59 MitarbeiterInnen als Coaches und in der Administration tätig, 170 Arbeits- und Ausbildungsplätze wurden angeboten. Über das ganze Jahr nahmen 958 TeilnehmerInnen an Programmen teil. Sie wurden von Institutionen wie dem Sozialdienst, dem RAV, der IV oder der Jugendanwaltschaft zugewiesen. Der Drahtesel bietet Jugendlichen individuell begleitete und gestützte Ausbildungen an. 2019 wurde dem «Dreigänger» für sein Engagement für die Lernenden der Prix Lions 2019 verliehen.

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Beitrag von:

Erika Kestenholz (78)

Sie war Lehrerin und Familienfrau, pflegt Altbewährtes wie Musik, und ist offen für Neues. Lieber ein Miteinander statt ein Nebeinander oder sogar ein Gegeneinander. Das gilt auch beim Thema Wohnen. Generationenwohnformen haben Zukunft!

Julia Steffen (27)

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