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Verschmähte weibliche Ressourcen

Die wirtschaftliche Ermächtigung der Frauen könnte Armut und extreme Ungleichheit auf der Welt massiv verringern, schreibt die Ökonomin Linda Scott in ihrem Buch «Das weibliche Kapital». Davon würden selbst reiche Volkswirtschaften profitieren.

Montag, 18. Oktober 2021 Annina Reusser (31)Gaby Jordi (75)
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Gaby Jordi (70), Annina Reusser (27)

Das Buch von Linda Scott «Das weibliche Kapital» lässt einen eintauchen in den geschichtlichen Hintergrund von uns Frauen mit all den wirtschaftlichen Einschränkungen. Wir kriegen Einsicht in unzählige Studien und einmal mehr in den Big Data Gap (grosse Datenmengen) sowie überholte Stereotypen.

XX-Ökonomie

Linda Scott beleuchtet in ihrem Buch die von ihr als «XX-Ökonomie» bezeichnete weibliche Schattenwirtschaft, von der Autorin «weibliches Kapital» genannt. Darin verortet sie eine unterschätzte Ressource. Gelingt es, Frauen wirtschaftlich zu stärken, schaffen wir damit für alle bessere Lebensbedingungen. Im Umkehrschluss bedeutet das: In den ärmsten und instabilsten Ländern der Welt, wo Frauen keinerlei wirtschaftliche Rechte geniessen, leiden alle unter verschärfter Armut, Gewalt, wachsendem Hunger, schlechter Kinderversorgung. Linda Scott will der «XX-Ökonomie» als unterschätzter Ressource zur globalen Reichweite verhelfen. Das Ziel dieser Bewegung ist die Stärkung und Selbstermächtigung der Frauen.

Raum für Verbesserungen

Es ist kein Geheimnis: Die Ökonomie wird weltweit von Männern dominiert – noch mehr als naturwissenschaftliche und technische Fächer wie Ingenieurwissenschaften und Mathematik. Frauen waren historisch von der Welt der Hochfinanz und der schnellen Bereicherung ausgeschlossen. Sie waren für das Aufziehen der Kinder verantwortlich. Wenn Frauen jedoch die Verantwortung für Geld haben, gehen sie generell weniger risikofreudig und nachhaltiger damit um als ihre männlichen Kollegen, wie sich in Studien immer wieder gezeigt hat. Zusätzlich investieren Mütter ihr Geld eher in die Bildung und Gesundheit ihrer Kinder als die Väter. Daraus resultiert auch eine höhere soziale Verantwortlichkeit, meint Linda Scott. Weiter: «Es gibt keine religiösen oder ethnischen Gruppen und keine gesellschaftliche Schicht, innerhalb derer Frauen ökonomisch die gleiche Autonomie geniessen wie Männer. In jeder Kultur und Subkultur gibt es Raum für Verbesserungen – und für die Vorteile, die die wirtschaftliche Stärkung von Frauen mit sich bringt.»

Konsumverweigerung

Wagen wir ein Experiment, gewachsen auf dem Acker der Autorin: Wenn Frauen sich  länderübergreifend darauf einigen würden, dort wo Weihnachten gefeiert wird,  nur 80% des im Vorjahr investierten Betrages in Weihnachtseinkäufe zu stecken, dieses Vorgehen gar jährlich zu wiederholen, bis der Gender Pay Gap (Lohnlücke zwischen Männer und Frauen) geschlossen wäre, reagierten Geschäfte, Produktehersteller und Ökonomen darauf wohl mit schierer Panik. Für die westlichen Volkswirtschaften ist das Weihnachtsgeschäft wichtig. Frauen in Westeuropa und Nordamerika kontrollieren 75 Prozent der Verbraucherausgaben. Was, wenn Frauen Konsum verweigern würden? Der Hinweis auf den griechischen «Lysistrata-Mythos« drängt sich auf, geschrieben von Aristophanes, einem der bekanntesten griechischen Komödiendichter. In seiner Geschichte treten die Frauen in einen Liebesstreik, um sich gegen den Krieg und die damit verbundenen Leiden durch die Männer zu wehren.

Nach Linda Scott könnten Frauen durch Konsumverweigerung, wie im oben beschriebenen Experiment, an Einfluss gewinnen. Dieser könnte weit wirkungsvoller sein als die Frauenstreiks, die bislang stattgefunden haben.

Bild: Gaby Jordi

Kommentar: Gestrafte Mutter

Annina Reusser (27)

Linda Scott widmet ein ganzes Kapitel der «Mutterschaftsstrafe». Diejenigen Teile der Welt, in denen die Fertilitätsrate (Anzahl Kinder, die eine Frau in ihrem Leben kriegt) sehr hoch ist, sind gleichzeitig die politisch instabilsten und ärmsten. Hier haben Frauen kaum Einfluss darauf, ob und wie viele Kinder sie haben. Sie sind betroffen von männlicher Dominanz, sexueller Gewalt, und haben kaum wirtschaftliche Macht. In denjenigen Teilen der Welt, in denen Frauen über eigenes Geld und Zugang zu Verhütungsmitteln verfügen – im reichen Westen –, ist die Fertilitätsrate hingegen so tief, dass die Bevölkerung überaltert und schrumpft. Scott erklärt in ihrem Buch anschaulich, wie sich dieser Umstand negativ auf die Volkswirtschaft auswirken wird. Fazit: «Die hoch entwickelten Wirtschaftssysteme werden an den Rand des Ruins geraten.» (S. 192) Das zieht eine «Krise der Pflege» nach sich, so Scott, in der die Frauen die Care-Verantwortung nicht nur für Kinder, sondern auch für die Alten tragen werden.

Beim Lesen spüre ich die «doppelte, lähmend wirkende Verantwortung», von der Scott schreibt, förmlich am eigenen Körper. Ich bin eine Frau, 27 Jahre alt, stehe am Übergang zwischen Ausbildung und Berufsleben, und wenig überraschend treibt die Frage, ob ich eine Familie gründen will, auch mich um. Die Optionen sind nicht gerade rosig. Den Beruf aufgeben und mich hauptverantwortlich um Heim und Kinder kümmern kommt nicht in Frage. Erstens ist das sowieso nicht Teil meines Lebensplans, zweitens wäre das volkswirtschaftlich betrachtet eine Verschwendung aller Ressourcen, die je in meine Ausbildung geflossen sind, drittens würde das heissen, eine ganze Familie mit nur einem Einkommen durchzubringen und alle in die Abhängigkeit des Ernährers zu versetzen. Ich habe also die Wahl zwischen einem kinderlosen Leben oder einer immensen Doppelbelastung. Denn selbst wenn ich eine gleichberechtigte Familienstruktur anstrebe, stecke ich in all den gesellschaftlichen Strukturen, die Scott als Gründe für die tiefe Fertilität angibt und die wir alle kennen: ungenügende und teure externe Kinderbetreuung, Vorbehalte von Arbeitgebern beim Einstellen und Fördern junger Frauen wegen potenzieller Mutterschaft, Abstrafung von Müttern beim Lohn und bei Beförderungen.

Bürde ich mir das auf? Oder bleibe ich kinderlos und damit Teil des Trends zu noch tieferer Fertilität?

Ich weiss es noch nicht.

Rollenbilder und Normen
Schwierig zu schlucken ist nach wie vor die Tatsache, dass «je höher die Führungsposition, desto tiefer die Frauenquote». Dies trotz besserer Ausgangslage für das weibliche Geschlecht, wie eine aktuelle Studie der Universität St. Gallen aufzeigt. Etwas mehr als die Hälfte aller Masterdiplome an Universitäten und Fachhochschulen geht inzwischen an Frauen. Doch nach wie vor stolpern wir über Rollenbilder und Normen. Studie der Universität St. Gallen: https://www.advance-hsg-report.ch/

Die Autorin: Linda Scott ist emeritierte Professorin für Entrepreneurship und Innovation an der Universität Oxford. Für ihre jahrzehntelange Forschung zur wirtschaftlichen Rolle der Frauen rund um den Globus wurde sie vom Prospect Magazine zweimal unter die Top 25 of Global Thinkers gewählt. Neben ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit berät sie Think Tanks und international tätige Unternehmen.

Beitrag von:

Annina Reusser (31)

Studentin & Journalistin. Ich interessiere mich für Menschen und das Weltgeschehen im Grossen wie im Kleinen.

Gaby Jordi (75)

Kaufmännische Angestellte, pensioniert. Versucht stets, sich ein Stückchen Himmel über ihrem Leben freizuhalten.

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One Response to “Verschmähte weibliche Ressourcen”

  1. Erika Kestenholz 20.10.2021
    Antworten

    Vielen Dank für die aufschlussreichen Texte! Ich begreife nicht so recht, warum der Zwischentitel heisst: „Mutters Strafe“

    20.10.2021 at 18:55

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